Siehe, ich mache alles neu

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Endlich vereint. Was manche hoffen, andere fürchten und wieder andere bezweifeln, sagt Gott als Zukunft an. Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu. Unsere Jahreslosung steht im biblischen Buch der Offenbarung. Die Jahreslosung hängt fest mit dem Versprechen zusammen, dass uns Gott ewiges Leben schenken wird.


Im 21. Kapitel der Offenbarung können wir folgendes lesen: „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. […] Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: »Sieh her: Gottes Wohnung ist bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. Er wird jede Träne abwischen von ihren Augen. Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz. Denn was früher war, ist vergangen.« Der auf dem Thron saß, sagte: »Ich mache alles neu.«“ (Basisbibel)

In der Bibel gibt es verschiedene Worte für den Begriff Volk. Eines bezeichnet das Volk, das zu Gott gehört. Das ist das biblische Volk Israel. Dafür ist ein besonderes Wort reserviert. Für alle anderen Völker wird ein anderer Begriff verwendet. In der Offenbarung, ist es anders. Hier steht die Mehrzahl von dem Wort für Gottesvolk. Mehrere Völker können zu Gott gehören. Sie sind bei Gott vereint.

Die Offenbarung wurde in einer Zeit geschrieben, als Judentum und Christentum getrennte Wege gingen. Das war ein schmerzhafter Prozess. Wann ist Trennung schon leicht?

In Folge der Trennung finden wir manche bösen Worten in der christlichen Offenbarung über das Judentum. Aber hier ist es anders: Der eine besondere Begriff steht dort in der Mehrzahl. Es gibt mehrere Gottesvölker. Gottes Volk Israel ist und bleibt Gottes Volk. Doch auch Menschen aus anderen Völker, Ländern und Sprachen können zu Gott gehören. Sie können Gottes Völker werden.

Das Wort „Volk“ mag uns heute auf falsche Spuren führen. Festhalten möchte ich, dass wenn Gott in der Mitte wohnt, Menschen zusammenfinden. Gott will mitten in seiner Menschheit wohnen. Das gilt zuerst für das Miteinander von Juden und Christen. Das gilt aber auch für das Miteinander in unserer Gesellschaft. Man hört und liest viel über Spaltungen. Ob das immer so stimmt, weiß ich nicht. Ich lese aber, dass Gott Menschen zusammenbringt. Bei Gott können Menschen vereint leben. Unsere Herkunft, unsere Sprache, unsere Nationalität geben nicht den Ausschlag. Wichtig ist allein, zu Gott zu gehören.

Lassen wir uns nicht aufstacheln gegen „die anderen“. Vermeiden wir ein Denken, das in „den anderen“ nur Gefahr und Verlust sieht. Die Tränen, der Schmerz, das Klagegeschrei und der Tod sind nicht zuletzt Folgen dessen, was Menschen anderen Menschen antun; immer dann, wenn wir Menschen zu „den andern“ machen.

Bei Gott geht es anderes zu. Dort wird getröstet und neu gemacht. Das Neue – das ist Gott, der mitten unter seinen Menschen wohnt.


Pfr. Manfred Kiel