Die Schollener Kirche

Allgemeines

  • Errichtung zwischen 1846–1849 nach dem Dorfbrand von 1844
  • Neubau auf den Fundamenten der abgebrannten Vorgängerkirche (Feldstein/Fachwerk)
  • Grundstein des Taufsteines ist vor dem Turmportal noch vorhanden
  • Bau im neugotischen Stil als verputzter Backsteinbau
  • Patronatskirche des Hauses von Hagen-Hohennauen
  • für eine Dorfkirche außergewöhnlich großes Bauwerk

Zusammenhang mit Schloss und Adel

  • Die Kirche steht in unmittelbarer Beziehung zum Schloss Schollene. Schloss und Kirche bildeten offenbar ein gemeinsames herrschaftliches Umfeld.
  • Das Gut Schollene befand sich zeitweise im Besitz der Familie von Alvensleben.
  • Nach einer Überlieferung wurde die Kirche nicht nur als Dorfkirche, sondern auch für adelige Jagdgesellschaften genutzt.
  • Die ungewöhnliche Größe der Kirche soll deshalb an die Anzahl der Teilnehmer solcher Jagdgesellschaften angepasst worden sein.
  • Die Jagdgebiete standen demnach im Zusammenhang mit:
    • Ebelgünder Heide (Dorf gehörte zu Schollene und wurde bei der Einrichtung des Truppenübngsplatzes abgerissen (60er / 70er)
    • Ferchelser Heide
    • Klietzer Heide
  • Die Kirche hatte damit möglicherweise eine repräsentative Funktion für adelige Gäste.

Finanzierung

  • Nach Überlieferung unterstützten Großbauern aus Parey und Hohennauen den Bau finanziell.
  • Dies erklärt, warum die Kirche für ein Dorf ihrer Größe besonders groß dimensioniert wurde.
  • Vermutlich war der Bau nicht ausschließlich eine kirchliche, sondern auch eine gesellschaftlich-repräsentative Anlage für den Adel und das Schloss.

Orgel und Wappen

  • Die Orgel trägt:
    • das Wappen der Familie von Hagen-Hohennauen
    • zusätzlich das Wappen eines Pareyer Großbauern
  • Der Name dieses Großbauern ist heute offenbar nicht mehr überliefert.
  • Diese Wappen könnten auf wichtige Geldgeber oder Stifter hinweisen.

Glocken und Erster Weltkrieg

  • Die Kirche besaß ursprünglich zwei Glocken.
  • Im Ersten Weltkrieg wurde eine Glocke abgenommen und eingeschmolzen.
  • Das Einschmelzen von Kirchenglocken für Kriegszwecke war damals in Deutschland weit verbreitet, da Bronze als Rohstoff benötigt wurde.
  • die entfernte Glocke wurde nicht ersetzt.
  • Seitdem funktioniert bzw. erklingt der Stundenschlag nicht mehr.
  • Dadurch blieb vermutlich nur ein reduziertes Geläut erhalten.

Umbauten im 20. Jahrhundert

  • In den 1950er und 1960er Jahren wurde:
    • die Kirche neu verputzt
    • der Innenraum neu ausgemalt
  • Die heutige Farbgestaltung entspricht nicht dem ursprünglichen Zustand.
  • Die ursprüngliche historische Farbgebung daher heute überdeckt.
  • Abnahme der alten Turmspitze in den 90ern und aufsetzen einer neuen Spitze

Kunst und Ausstattung der Kirche Schollene

  • Die Malerin Rosa Petzel stammte selbst aus Schollene und war Tochter des dortigen Pastors.
  • zwei Bilder für die Kirche.
    • ein Altargemälde (Jesus trägt das Kreuz)
    • ein Porträt ihres Vaters (Pastor Friedrich Wilhelm Petzel) in der Kirche Schollene.
  • Rosa Petzel gehörte zu den frühen professionellen Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts und war Mitbegründerin eines Berliner Künstlerinnenvereins.